Sensory Gate - Civisolation Review

opus-ultimum.de [04/2014]
Die Musiker Andrea Pozzi und Max Iannuzzelli von Sensory Gate wussten bereits mit ihrem Debutalbum Ianus zu überzeugen. Nun erscheint bei MHz Records das neue Studiowerk Civisolation. Das zweite Album ist oftmals ein viel größerer Gradmesser für den Stellenwert einer Band als ein Debutwerk. Jetzt gilt es zu beweisen, ob die geweckten Hoffnungen bestätigt werden können. Wie sieht es mit dem Nachfolger aus? "Civisolation" beantwortet diese Frage ziemlich schnell und eindrucksvoll. Denn bereits die ersten Umläufe machen klar, dass das Album über ein gewaltiges Potential verfügt. All die guten Ansätze, die beim Erstling schon hör- oder zumindest erahnbar waren, wurden nun in einer weit konsequenteren, reiferen Art verwirklicht und optimiert. Das betrifft sowohl das Songwriting als in wohl noch stärkerem Maße die musikalische Umsetzung. Der Charakter von "Civisolation" ist allerdings ohnehin ein anderer. Das Album ist trotz aller gebliebenen Düsternis in der Thematik kämpferischer, rauher, aggressiver, und letztlich positiver geraten ohne die Melancholie ganz aufzugeben. Viele Genres werden gestreift und geschickt verwoben, vom düsteren Electropop, über technoiden Dubstep bis hin zu brachialen Industrialrockelementen ist alles vertreten. Eine nicht unwesentliche Rolle für den komplexeren Klang spielen die Gitarrenbegleitung von Sash Fiddler, die Bassunterstützung von Diego Banchero und die hervorragende Produktion von Achim Welsch. Zur unverwechselbaren Stimme von Max Iannuzzelli gesellen sich wirkungsvoll verankerte Gaststimmen von Alia und John van Loon. Auch wenn das Album als Einheit wirkt, sollte man durchaus einige Songs herausheben. Den stärksten Eindruck hinterließen bei mir das kraftvolle "Mercy", das Clubhitverdächtige "Domino Effect" und auch das stimmungsvoll-melodische "City Diary". Zu überzeugen weiß ebenso der Titelsong "Civisolation" sowie "Invictus", eine Hommage an Nelson Mandela gegen Ende das Albums. Ein Album wie aus einem Guss, das die hohen Erwartungen noch überboten hat. Frank Buttenbender

 

reflectionsofdarkness.com [04/2014]
Formerly known for doing remix work for other artists, SENSORY GATE stepped out of the shadows in 2009 releasing their debut album 'Ianus' to critical acclaim with a few, rare live appearances following in its wake. That's it, dead silence for the public. Behind the scenes, ideas were tossed and turned, moulded and shaped for a sophomore release. As they, say, good things come to those who wait, and so it should turn 2014 before 'Civisolation' hits the market. A word that melds turmoil and apathy in reads on the cover and as its sinister nature suggests, the music hidden on the inside has undergone changes. Take for instance the cinematic opening 'Among The Dead', an erratic swirl of vibrant percussion; splinters of rage flying around and hanging in the air is justice from the grave. 'Domino Effect' sets a slightly harsher tone, drawing influences off of the classic EBM genre, combining it with endless elegy and growing disbelief about the everyday horror in our little world of peace. While I'm mentioning peace, it is what comes to mind for a brief moment when the 'City Diary' is being opened with textures reaching out to you, embracing you even while a nameless guy observes the world around him growing colder and more distant by the second. The sound of it being significantly divergent to what we've heard thus far, building from a fragile base of acoustic orchestration, underscoring its mellow core. 'Slash' is giving you  the full precision of the machine. In a deliberately colder fashion, the do plays with electronics and in-between finds time to do a little excursion into Dubstep. Remember the mood you felt watching ‘Blade Runner’ back in the day? Well, hold on to that; it's helping on the forthcoming title track of the album that is at once futuristic and bleak about one individual amongst millions and yet feeling alone, desperate, seeking a way out of this symptom of modern society. It is a very visual piece, both lyrically and musically, haunting once you've started listening. 'Out Of Control' particularly stands out as it feels lighter, sort of brighter than the rest and has an inherent pop appeal that lets you nod your head to it instantly. As surprising as it started, it ends. 'Kyrie (Prayer For The Lost)' comes with a vocal contribution by John van Loon of DARK TERRITORY and GUFLUX. I still didn't give up hoping that one day we'll see the still unreleased out for the world to hear some day, Focusing on the task at hand, John's vocals are as strong and spine-tingling as they ever were. Loving how it contrasts with Max' more raucous vocals in the chorus. The track order proves well-considered in delivering a memorable experience from start to finish. On a personal note: I'm more than satisfied with what the guys created with the new album and hope more people will come to see that as well. A little more attention doesn't hurt nobody. Written by Sebastian Huhn
(Rating Music: 9 / Sound: 9 / Total: 9 / 10)

 

avalost.de [04/2014]
Um mal zur Einleitung eine olle Binsenweisheit zu bringen: es braucht manchmal eine ganze Weile, bis Dinge gut werden. Mitunter vergehen Jahre, in denen man sich abmüht, ehe irgendwann der große Wurf gelingt. Im Falle der italienischen Band SENSORY GATE, die zu Teilen in Norditalien und in Süddeutschland residiert, verhält es sich ähnlich. Die Geschichte der Band lässt sich wenigstens bis ins Jahr 2004 zurückverfolgen. Und obwohl die Herren Pozzi und Iannuzzelli mit ihrem 2010er Debütalbum „Ianus“ großen und bleibenden Eindruck hinterließen, mussten noch einmal vier weitere Jahre vergehen, bis sie kürzlich mit „Civisolation“ das Album veröffentlichten, welches sie hoffentlich weit nach oben katapultieren wird. Es freut mich sehr, dass wir uns nachfolgend einmal mehr über das musikalische Tun von Sensory Gate unterhalten können. Düstermucke mit Gefühl und dem Herz an der richtigen Stelle. Geht nicht? Na aber! Um zu beschreiben, wie sich Sensory Gates jüngstes Schaffenskind anfühlt, welche Bilder es herauf beschwört und so weiter, werde ich schon wieder etwas weiter ausholen müssen. Rückblende: Im zarten Alter von vierzehn Jahren saß ich anlässlich meiner Jugendweihe im Berliner Friedrichstadtpalast und hing wie gebannt an den Lippen von Ines Paulke (einst Sängerin in der DDR, bedauerlicherweise inzwischen nicht mehr unter uns). Sie trug ein Gedicht von Heinz Kahlau (dereinst Lyriker, leider genauso tot inzwischen) vor, das sich für alle Zeiten in mein Hirn einbrannte. „Kein Gott“, so der Name. Zurück ins jetzt und hier: genau dieses Gedicht, inzwischen vor fast 20 Jahren erstmals gehört, kam mir in den Sinn, als ich den Songs auf „Civisiloation“ aufmerksam folgte. Denn in diesem Gedicht heißt es: Ich bin allein. Für kurze Augenblicke / bin ich Geliebter, Bruder oder Freund / Um eine Arbeit, eine Lust zu machen / wenn sich ein Weg mit meinem Weg vereint. Ich bin allein. Nur – sind wir das nicht alle? Vor allem wir Teilnehmer der modernen Zivilisation? Immer vernetzter wie wir sind, wird es zunehmend schwieriger, hinter die ausdruckslosen Masken zu schauen. In Städten, in denen die Menschen beinahe genauso grau sind, wie die Fassaden der Türme aus Glas und Stahl um sie herum, nimmt Menschlichkeit einen immer kleiner werdenden Stellenwert ein. Mal begründete, mal nur als diffuse Ahnung im Raum stehende Sorgen aus Existenzängsten, Leistungsdruck, unerfüllbare Erwartungen an andere oder Furcht vor der globalen Gesamtsituation lassen die Menschen immer höhere Mauern bauen. Zudem: wem soll man eigentlich noch glauben? Und was? Wir sind so zivilisiert. So isoliert. Um noch einmal Heinz Kahlau zu zitieren: Ich fürchte Menschen. Was sind Eis, was Fluten / was Pest und Feuer gegen die Gewalt / des Untiers Mensch? Die Schreie seiner Opfer / sind, seit es Menschen gibt, noch nie verhallt. Dass das Werk des Drewitzer Dichters die Inspiration für „Civisolation“ lieferte, wage ich zu bezweifeln. Zumal: Kahlaus Gedicht bekommt irgendwann die Kurve hin in Richtung Optimismus. Das Album von Sensory Gate bleibt dystopisch. Was nur konsequent ist, schließlich leben wir in einer Dystopie, die sich kein Dichter besser hätte erdenken können. Ob es nutzt, den Finger in die Wunde zu legen, wird sich zeigen. Es nicht zu tun wäre jedoch grob fahrlässig gewesen und, ganz nebenbei, ein Verlust für Freunde hochwertiger Düstermucke. Max Iannuzzelli und Andrea Pozzi haben ihr zweites Werk bewusst oder unbewusst mit einem roten Faden versehen, dem der Hörer nicht nur aufmerksam folgen möchte. Nö, vielmehr wird er davon förmlich eingesponnen. Ausgehend von dieser trostlosen Betrachtung unserer ach so schönen neuen Welt ist das Album dementsprechend düster ausgefallen. Die ersten Hördurchgänge empfand ich als ziemlich schwer, ziemlich bedrückend. Gut vorstellbar, dass dies genau das Ergebnis war, welches das Duo erreichen wollte. Begleitet wurden sie von befreundeten Kollegen wie beispielsweise Sash Fiedler, der sonst bei Diorama die Gitarre spielt. Die immer wieder durchschimmernden rockigen Elemente dieses Albums gehen auf seine Kappe. Der italienische Musiker Diego Banchero (Egida Aurea) lieferte ein paar Bass-Spuren, der niederländische Sänger John van Loon (Dark Territory) steuerte Gesang beim abschließenden Track „Kyrie (Prayer For The Lost)“ bei. Eine wahrlich internationale Produktion. Und trotz des düsteren Grundtons des Albums gelingen Sensory Gate einmal mehr extrem eingängige Refrains, in denen man sich für eine kurze Weile verlieren kann. Mag die Aussage in den Texten für gewöhnlich eine andere sein, so sind die Refrains meist eine kurze Pause, gleich einer herzlichen Umarmung an einem dunkelgrauen Tag. Das täuscht aber dennoch nicht darüber hinweg, dass es auf „Civisolation“ echt ungemütlich zugehen kann. „Mercy“ beispielsweise schießt mit unbequemen, kurzen Klavierpassagen um sich, die direkt dem Soundtrack eines Psychothrillers entsprungen sein könnten. Die treibenden Gitarrenriffs tragen ihr Übriges dazu bei, damit der Hörer auch keinesfalls vergisst, dass das portraitierte Leben kein Ponyhof ist. Die Herren Sensory Gate haben sich in den Jahren, die seit der Veröffentlichung des Debütalbums „Ianus“ ins Land gezogen sind, sehr darum bemüht, ein möglichst abwechslungsreiches Album zu schaffen. Mission erfolgreich, möchte ich sagen. Neben dem vorherrschenden Darkwave mit elektronischem Anstrich finden sich Spurenelemente von herkömlichen Düsterelektro, Rock oder gar Pop. Alles so vermischt, dass sich „Civisolation“ neben den bereits genannten Attributen zusätzlich auch noch rauer und härter anfühlt, dennoch aber wie eine Weiterentwicklung der Ansätze, die bereits auf „Ianus“ hörbar waren. Einzig: ob die Ausflüge in Richtung Dubstep bzw. DnB, wie sie auf „Slash“ unternommen worden sind, wirklich nötig waren, lasse ich mal offen. Immerhin fügt sich der rein instrumentale Song gut in den Kontext ein. Übrigens: es passt hervorragend ins Gesamtbild des Albums, dass Max’ Stimme oft wie aus weiter Ferne hinter dem eigentlichen Gewirr aus instrumental erzeugten Tönen hervorzudringen scheint. Eine Stimme quasi, die sich in unserer lauten und hektischen Zivisolation Gehör zu schaffen versucht. Manchmal ist man gut beraten damit, das Smartphone kurz beiseite zu legen, die selbst geschaffene Isolation abzustreifen und mal genau hinzuhören. „Civisolation“ ist dieses manchmal. Fazit: Ich war schon 2010 ziemlich angetan davon, was Andrea Pozzi und Max Iannuzzelli als Sensory Gate auf die Beine gestellt hatten. Ohrschmeichelnde, höchst melodische Refrains, die in tollem Kontrast zu der restlichen (auch inhaltlichen) Dunkelheit des Albums stehen – eine Mixtur, die damals funktionierte. Und die heute mit „Civisolation“ erst recht und sogar noch besser funktioniert! Um nicht zu sagen: von allem, was Sensory Gate seit ihren Anfangstagen so geschaffen haben, schlägt dieses neue Album dem Fass den Boden aus! Im positiven Sinne. Ich habe Munkeleien gehört, dass die Produktion dieses Albums für die Beteiligten ein langer, ein steiniger Weg gewesen sei. Nun, die Mühe hat sich gelohnt. Tatsächlich wünsche ich Sensory Gate den größtmöglichen Erfolg für dieses Kleinod und verbleibe mit der Bitte an Euch Leser, diesem Album ebenfalls mal Eure Aufmerksamkeit zu schenken. Es soll Euer Schaden nicht sein.

 

uselinks.de [05/2014]
Andrea Pozzi und Max Iannuzzelli bilden zusammen die Formation „Sensory Gate“ und wussten schon mit Ihrem Debutalbum „Ianus“ zu gefallen. Nun schickt das Duo sein zweites Werk ins Rennen um die Hörergunst. Alleine schon der Titel „Civisolation“ als nettes Wortspiel erzeugt Interesse, der musikalische Inhalt erst Recht. „Civisolation“ hat ein riesiges Potenzial und ist im Gegensatz zum Erstling um einiges griffiger ausgefallen. Eine Genrezuordnung zu treffen fällt aber verdammt schwer. Es ist von allem ein bisschen vorhanden. Eine Spur Klangstabil triff Haujobb, ein bisschen von De/Vision covern Sisters Of Mercy, abgeschmeckt mit Lacrimosa für die Melancholie.
Das klingt dann in der Summe verdammt flexible und die musikalische Bandbreite erstreckt sich vom Dustep über Electropop hin zum Industrial. Dazu gibt es mit Einsatz von Gastsängern noch eine weiter variable. Die große Kunst bei solch einer großen Bandbreite an verarbeiteten Einflüssen besteht dann noch darin, das Ganze nicht wie ein Sampler klingen zu lassen. Auch dies gelingt Sensory Gate spielend. Trotz der vielen unterschiedlichen Strömungen passen Clubfähige Songs wie „Domino Effect“, atmosphärische Dichte Tracks wie „City Diary“ mit langsameren Tracks wie „Invictus“ perfekt zusammen und ergeben ein harmonisches Gesamtbild. Persönlich hätte ich mir noch 1-2 Songs mehr in die Richtung „Domino Effect“ gewünscht, allerdings brauchen Sensory Gate ja auch noch Verbesserungsspielraum für das dritte Album.

 

chaindlk.com [05/2014]
Let's introduce the MHz-label a bit, since it got established by the Klangstabil-leader Maurizio Blanco. In the past this label has been often acted as being a side-label to Ant-Zen with the often discovered renowned Klangstabil project, although it can look back on a long-year past with tape compilation releases mostly based in the Experimental / Rhythmic Noise genres. Prominent artists like P.A.L. for example have been often invited guests in their early years. The connection to Ant-Zen is still alive and vital, as Ant-Zen takes care about the distribution of MHz-releases.  Also the Italian duo of Sensory Gate isn't that unknown to me. I discovered them with well-sounding remix contributions for the highly appreciated Ambient-/Electronica-project Sleepthief and also with two appearances on the highly recognized "Surge & Subside: Queensland Flood Appeal" compilation by the Australian Aphotic Audio label. What I had to learn is that this duo has already brought out a debut album entitled "Ianus" released by MHz in 2010. As for this new album, both band-members Andrea Pozzi and Max Iannuzzelli have composed 11 tracks in a musically expression between smooth Synth-/Futurepop to more aggressive EBM undersigned with some Rock-/Metal-like guitar riffs. The tracks are well-produced and the compositions offer demanding themes to think about. The main theme of this album deals with the ongoing isolation of people although they are surrounded by civilization. We see this phenomenon in big cities where people live in total anonymity. As described, this album impresses with its genre-bending attitude of the above mentioned styles. After the bombastic sounding intro "Among The Dead" with both German and English lyrics, comes with "Domino Effect" a straighter produced Electro-track with danceable beats, a natural sounding vocal performance and some guitar riffs. Next comes a true Synthpop pearl with "City Diary" with catchy as hell synthesizer- and piano- arrangements, plus a chorus line to sing along. Great track, it fits perfectly to the main theme of this album. "Slash", a track co-written by Claudio Dondo (Runes Order) surprises with some FLA-like bass line programming skills and vocoderized vocals. "Invictus" then is a true experiment based lyrically on a same-titled poem by W.E. Henley in German and English language. Additionally this one is dedicated to the world-wide deeply respected Nelson Mandela (R.I.P.). The last track then is a musically performance of a prayer which features guest vocals provided by John van Loon (Dark Territory): "Kyrie (Prayer For The Lost)" with Gregorian-like voices and a brilliant performed chorus. This album features all good things for a long and satisfying listening experience. Even if they throw in guitars, it gives the whole work a quite edgy and organic touch. I am fascinated by the depth in both compositions and arrangements behind this marvelous album. More than a secret tip - it's one of the spring-time highlights


Sparklingphotos.de [06/2014]
2009 war das Jahr, in dem sich Sensory Gate nach diversen Remixarbeiten auch endlich mit einem eigenen Album in der Öffentlichkeit präsentierten. Ianus wusste zu überzeugen und auch beim NCN Festival im Folgejahr konnten sie auf sich aufmerksam machen und wurden als bester Newcomer in einer Abstimmung auch gleich für das Folgejahr eingeladen. Schon dort gab es ein paar neue Stücke zu hören, doch dauerte es knapp 5 Jahre bis mit Civisolation nun endlich der Nachfolger in den Regalen steht. Eine lange Zeit, zu lang vielleicht?Etwas bedrohlich geht es mit Among The Dead und den Worten „Wir liegen zwischen den Toten“ auf dem Album Civisolation los, doch Max Iannuzzelli und Andrea Pozzi sind nicht gekommen um uns zu ängstigen, sondern zu mahnen und uns Geschichten aus dem Leben (City Diary) zu erzählen. Und das können Sie richtig gut, denn es funkt einfach sofort. Vielleicht wurden sie ja dabei von befreundeten Bands wie Diorama oder Klangstabil beeinflusst, auch wenn sie sich grundsätzlich musikalisch schon vom Ansatz her durchaus unterscheiden. Doch wie auch die Kollegen von Diorama kann Max mit einer sehr warmen Stimme zu einem, oft melancholisch, groovenden Sound überzeugen. Domino Effect ist hier bester Beweis eines perfekten schwarzen Hits, dessen treibender Rhythmus uns voll für sich einnimmt und den ich gerne verstärkt in deutschen Tanztempeln hören würde. Wie schon bei ihrem Debütalbum klingen die hier präsentierten Songs in sich atmosphärisch sehr dicht und trotzdem auch auf Albumlänge abwechslungsreich, wofür u.a. Songs wie das mit rituellen Beats vorangetriebene Mercy oder ein Song wie Slash sorgen, der mit rhythmischen (Dubstep-) Beats zum Tanzen statt Träumen einlädt. Und auch das elektronisch instrumentierte Kyrie (Prayer For The Lost) weckt nicht nur durch seinen Namen Assoziationen, denn Sensory Gate lassen hier als Albumabschluss tatsächlich religiös anmutenden Gesang und Sound in ihre moderne Art des Düsterpops einfließen. Zu erwähnen wäre noch der Titeltrack Civisolation, der sich wie ein roter Faden über das Album legt und dessen Grundtenor sich mit der Gefahr der Insolation in der Umgebung von vielen beschäftigt. Mahnend schreibt die Band dazu passend im Booklet: „Don’t isolate yourself – get out, open your eyes and free your mind“… und ich möchte ergänzen „wo man dann schon einmal draußen ist, sollte man sich auch gleich noch ein Exemplar von Civisolation besorgen, um den Spirit voll aufzunehmen…“. Wir haben Sensory Gate in den letzten Jahren vermisst, doch entschädigt Civisolation für diese Zeit der Ruhe. Das zweite Album gilt oft als ungleich schwerer als das Debüt, diese Herausforderung haben sie gemeistert und nun darf die Zeit bis zum dritten Album ruhig etwas kürzer ausfallen. Bis dahin wird Civisolation ein schöner Soundtrack des Lebens sein…